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Kinder dichteten aus dem Stegreif

„Schreibwerkstatt“ für körperbehinderte Pänz – Große Würfel gaben die Themen vor

lyd Müngersdorf. Mit einem „Buchstabenwürfel“,    einem „Stimmungswürfel“ und lustigen Zungenbrecherliedern forderten Kinderbuchautor Harry Böseke und Gitarrist Michael Zachcial die Kreativität der Fünft- und Sechsklässler an der Rheinischen Schule für Körperbehinderte Köln heraus. Rund 30 Kinder nahmen in der Bibliothek der Schule an einer „Schreibwerkstatt“  teil,  um spielerisch zu lernen, wie man eigene Verse, Gedichte und Lieder verfasst. Die Veranstaltung wurde von der Landesgemeinschaft Jugend und Literatur unterstützt.

Gespannt lauschten die Kinder den Geschichten und Liedern der beiden Akteure. Dann galt es für die kleinen Dichterlehrlinge, selbst kreativ zu werden und Geschichten aus dem Stegreif weiter zu erzählen. Die Vorgaben dazu lieferten die beiden Würfel, die immer dann ins Spiel kamen, wenn die Pänz am Zug waren. Am Schluss der Veranstaltung hatte jeder kleine Teilnehmer ein eigenes Gedicht verfasst und auf einen Weihnachtsstern geschrieben. Die Sterne sollen einen Platz im Weihnachtsbaum der Schule finden.

 „Es ist erstaunlich, dass die Kinder über zwei Stunden so konzentriert dabei sind“, freute sich Fachlehrerin Inge Kahlix am Ende der Veranstaltung. Harry Böseke, der als Jugend-und Kinderbuchauitor viele jüngere Leser mit seinem „Geschichtenzirkus“ erfreut und Liedermacher Michael Zachcial. der mit seinem Musiktheater auch älteres Publikum begeistert, hatten mit ihren kleinen vertonten Geschichten alle Kinder in ihren Bann gezogen. Das ist aber auch kein Wunder: Denn seit vielen Jahren stehen die Profis in der Vorweihnachtszeit dreimal täglich auf Schulbühnen.

In der Bibliothek der Schule mit über 230 körperbehinderten Schülern finden mit Unterstützung des Emons-Verlages seit zwei Jahren regelmäßig Autorenlesungen statt. Inge Kahlix hatte den zuvor kaum genutzten Raum in Zusammenarbeit mit Kollegen gemütlich eingerichtet und in Schwung gebracht. „Wenn die Kinder nicht alle die Bibliotheken in der Sladt aufsuchen können, dann kommt die Bibliothek eben zu ihnen“, begründet Inge Kahlix ihr Engagement.

Kölnische Rundschau , 14.12.1999